„Mit Herzblut für Sie in Dinslaken"

Neuwahlen zum Auf-sichtsrat und „Digitalisierung“

In der diesjährigen Vertreterversammlung der Volksbank Dinslaken konnten der Vorstand und der Aufsichtsrat der hiesigen Genossenschaftsbank vor einer gut besuchten Aula des Gustav-Heinemann-Schulzentrums in Hiesfeld das abgelaufene Geschäftsjahr Revue passieren lassen.

Der Vorstand berichtete über die wirtschaftliche Entwicklung und gab sowohl Rückblick als auch Ausblick über Strategie und Aktivitäten des Unternehmens.
Den interessierten Vertreterinnen und Vertretern, den Geschäftspartnern und auch wieder einer großen Anzahl Mitarbeitern erläuterte Vorstandsvorsitzender Claus Overlöper wirtschaftliche, strategische aber auch politische Entwicklungen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Mit Blick auf die Volksbank Dinslaken zog Overlöper eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2015. Der eingeschlagene Weg der Bank konnte trotz des Ergebnisdrucks aufgrund der weiterhin anhaltenden Niedrigzinsphase und der erheblichen Anforderungen der Bankenaufsicht erfolgreich fortgesetzt werden.

Overlöper ging zunächst auf die Herausforderungen ein, die die Digitalisierung für das Unternehmen mit sich bringt. Die Volksbank bekenne sich weiterhin zur Vernetzung der Wege und es heißt „beides“ – sowohl die Geschäftsstelle mit qualifizierten Mitarbeitern als auch das Angebot einer guten technischen Ausstattung für die Kunden vorzuhalten.
Zu einer immer stärkeren Belastung  - vor allem für wirtschaftliche regionale Institute  wie die Volksbank Dinslaken – sei die Bankenregulierung geworden. Etwa 100 neue Gesetze, Verordnungen und Richtlinien sind seit 2008 erlassen worden. Eine Unmenge an Daten müssten jedes Quartal an die Aufsichtsbehörden gemeldet werden, so Overlöper, und  – nicht immer erschließe sich der konkrete Erkenntnisgewinn, den die Aufsicht dadurch habe.
Ausführlich erläuterte Overlöper sodann die EU-Einlagensicherung  und die Einschätzung zum Zinsniveau. Der Vorstandsvorsitzende machte hier deutlich, dass die Brüsseler Pläne zur Vereinheitlichung der Einlagensicherung keinesfalls zum Grundverständnis der Verantwortlichen vor Ort passten. „Die Zinsentwicklung gibt uns Anlass zur Sorge“, so Overlöper wörtlich. Die EZB habe den vertrauten Weg der Geldpolitik der Bundesbank verlassen. Dass der Anleger  bei der Geldanlage, zum Beispiel beim Kauf von Staatsanleihen, noch Geld zahlen müsse, sei eine verkehrte Welt und könne auf Dauer nicht gut gehen. Die Niedrigzinspolitik drücke die Zinsüberschüsse der Bank, aber auch der private Anleger werde nach und nach um Teile seines Ersparten gebracht. Overlöper zeigte auf, dass viele Sparer auf renditestärkere Produkte im Sinne einer Vermögensstrukturierung verzichten und damit zusätzlich Geld verschenken. Die Beraterinnen und Berater stehen bereit, um mit Kunden individuelle Lösungen zu erarbeiten.

Mit Blick auf die Themen, die die Volksbank Dinslaken ganz konkret im Berichtszeitraum beschäftigt haben, führte Claus Overlöper unter anderem das Projekt der Geschäftsstellenkonzentration an. An der Augustastraße neben der Bäckerei Schollin entsteht in den nächsten Wochen ein Pavillion mit einem Geldausgabeautomaten, einem Kontoauszugsdrucker und einem Überweisungsgerät. In Bruckhausen stehen die Geräte zunächst weiterhin an der bekannten Stelle zur Verfügung.

Claus Overlöper ging anschließend auf die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2015 ein. Er berichtete, dass das Kreditgeschäft inklusive Verbund um knapp 11 Millionen Euro auf etwa 287 Millionen Euro gestiegen ist. Die Anlagen der Mitglieder und Kunden bei der Bank und den Verbundpartnern sind um gut 27 Mio € bzw. 7 % gewachsen.
Insgesamt betreuen die Beraterinnen und Berater der Volksbank Dinslaken ein Gesamtkundenvolumen von nahezu 700 Millionen Euro. Overlöper erläuterte die Gewinn- und Verlustrechnung und gab auch hier ausführliche Erklärungen zum Zinsergebnis und zum aktuellen Zinsniveau. Hier machte der Vorstand deutlich, dass in den nächsten Jahren von einem spürbaren Rückgang des Zinsergebnisses ausgegangen werden müsse.
Die Risikolage der Bank kann in Übereinstimmung mit dem Prüfungsverband als gut eingestuft werden.
Die Anforderungen an die harte Kernkapitalquote für das Jahr 2019 erfülle die Bank heute bereits. Die Senkung der Dividende auf 3% (bisher 4%), die im Verlauf der Versammlung vorgeschlagen wurde, sei ein Element, um in Zukunft das Eigenkapital zu stärken, denn die Ersparnis aus der Dividendenausschüttung soll unmittelbar dem Eigenkapital zugeführt werden.

Mit Herzblut für Sie in Dinslaken
Den neuen Slogan der Volksbank – „Mit Herzblut für Sie in Dinsla-ken“ – stellte Overlöper mit Leidenschaft vor. Sein Credo: wir sind besser für die Kunden als andere Banken und wir werden mit Selbstbewusstsein unsere Stärken zeigen. Das Führungsteam habe ein klares Bekenntnis zum Dreiklang aus „Leistung, Respekt und Freude“. Dies sei die Grundhaltung der Dinslakener „Mannschaft“. Basis ist für Overlöper das Geschäftsmodell, das konkret auf den Kunden ausgerichtet ist und daher sowohl für den Kunden als auch für den Mitarbeiter im hohen Maße Sinn stiftet.

Gerhard Bremekamp stellte im Anschluss diverse Themen vor, mit denen die Bank sich aktuell beschäftigt.
Das Vorstandsmitglied betonte, dass alle Themen dazu dienen, sich im Sinne des Kunden positiv weiterzuentwickeln und die Leistungsstärke auszubauen. Damit knüpfte er nahtlos an die Ausführungen seines Kollegen Overlöper an.
In einigen Bereichen setzt die Bank auf Spezialisierung – so steht ein Berater-Team für die Themen rund um die Baufinanzierung zur Verfügung. Im Bereich der elektronischen Bankdienstleistungen wird es ab Januar 2017 eine Erweiterung der Leistungspalette geben. Bereits am Tag nach der Versammlung nimmt das Ser-viceTeam der Volksbank Dinslaken seine Arbeit auf. Um eine schnellere Abwicklung der Kundenwünsche, die die Bank per Telefon erreichen,  zu gewährleisten, stehen ab sofort qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung. Dieses Team gewährleistet, dass kein Anruf mehr auf einer Mailbox landet, sondern dass der Kunde stets persönlich und direkt einen Ansprechpartner erreicht.
„Kennen Sie Paul?“, fragte Bremekamp mit einem Augenzwinkern. Damit spielte er auf die aktuelle Werbekampagne an, die die Volksbank Dinslaken gemeinsam mit den Nachbar-Volksbanken in Schermbeck und Wesel auf die Beine gestellt hat. Ziel sei es, so Bremekamp, das gute Image der Volksbanken, die hohe Kompetenz und die besondere Rechtsform der Genossenschaft stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Wie bereits sein Kollege Overlöper, so betonte auch Bremekamp die Notwendigkeit, die eigenen Stärken selbstbewusster nach außen zu tragen. „Wir sind dankbar und stolz, so viele loyale und langjährige Kunden zu haben“, so Bremekamp. Es bestehe aber auch die Notwendigkeit, neue Kundenbeziehungen zu knüpfen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Auch er versprach, mit „Herzblut“ die Kunden von den guten Leis-tungen des Bankhauses zu überzeugen.

Nach der Annahme des Jahresberichts und der Entlastung der Gremien standen die Wahlen zum Aufsichtsrat an, da Frau Elke Schachta und Herr Axel Röder nicht zur Wiederwahl standen.

Als Gastreferent konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Buschmann dann Frau Sandra Gehling und Herrn Mike Stoffels begrüßen. In dem ca. einstündigen Vortrag zeigten beide anhand einer Vielzahl von Beispielen Aspekte der Digitalisierung. Sie brachten den Zuhörern technische Entwicklungen näher, die sowohl auf das private Leben aber auch auf unternehmerische Tätigkeiten konkrete Auswirkungen haben. Etwa die Entwicklung des Telefon oder auch das Kaufverhalten im Internet machen deutlich, in welch rasanten Schritten sich der technologische Fortschritt in den letzten Jahren bewegt hat.

Gerhard Bremekamp, Claus Overlöper, Sandra Gehling, Jörg Buschmann, Maik Stoffels