Neuwahl zum Aufsichtsrat, Bestätigung des eingeschlagenen Weges und „Unser Leben im Stau“ Prof. Dr. Michael Schreckenberg zu Gast bei der Vertreterversammlung der Volksbank Dinslaken

In der diesjährigen Vertreterversammlung der Volksbank Dinslaken konnten der Vorstand und der Aufsichtsrat der hiesigen Genossenschaftsbank wieder vor einer gut besuchten Kathrin-Türks–Halle das abgelaufene Geschäftsjahr Revue passieren lassen.


Der Vorstand berichtete über die wirtschaftliche Entwicklung und gab sowohl Rückblick als auch Ausblick über Strategie, Geschäftstätigkeit und Aktivitäten. Den interessierten Vertreterinnen und Vertretern, den Geschäftspartnern und auch wieder einer großen Anzahl Mitarbeitern erläuterte Vorstandsvorsitzender Helmut Böing wirtschaftliche aber auch politische Entwicklungen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Mit Blick auf die Volksbank Dinslaken zog Böing eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2013. Der eingeschlagene Weg der „Bank vor Ort“ konnte trotz des Ergebnisdrucks aufgrund der weiterhin anhaltenden Niedrigzinsphase und der erheblichen Anforderungen der Bankenaufsicht erfolgreich fortgesetzt werden.


Den erhöhten Anforderungen an das Eigenkapital werde die Bank auch in den nächsten Jahren gerecht. Die Senkung der Dividende auf 5% (bisher 6%), die im Verlauf dann auch von der Versammlung genehmigt wurde, ist ein Element, um in Zukunft das Eigenkapital zu stärken, denn die Ersparnis aus der Dividendenausschüttung soll unmittelbar dem Eigenkapital zugeführt werden.
Verschiedene Projekte zur Qualitätsverbesserung führte Böing außerdem auf. Das Konzept „Beratungsqualität im Kundengeschäft“ entwickelt die auf den individuellen Bedarf des Kunden zugeschnittene Beratung konsequent weiter. Auch die Homepage wurde im Rahmen der Internet-Strategie überarbeitet. Sie erscheint in einem neuen Gewand und enthält einige neue Themen. Über eine mögliche Anpassung der Öffnungszeiten sowie Besonderheiten bei der Annahme von Hartgeld referierte Böing außerdem und versprach: „Alle Schulkinder dürfen weiterhin ihr Sparschwein zur Volksbank bringen und müssen natürlich kein Entgelt zahlen“. Spontanen Beifall der Versammlung gab es, als Böing mitteilte, dass zum 1. Juli 2014 die derzeitigen Überziehungszinsen von 5% für nicht abgesprochene Überziehungen ersatzlos abgeschafft werden, da dies dem Grundsatz des vertrauensvollen Umgangs entspricht.


Die andauernde Niedrigzinsphase und die ausufernde Bankenregulierung sind neben der prognostizierten sinkenden Bevölkerungszahl Dinslakens die Herausforderungen für die Zukunft. Dennoch, so Böing, gibt es auch zukünftig Potenzial im Dinslakener Geschäftsgebiet, auch aufgrund der Neugestaltung der Innenstadt.


Vorstandsmitglied Claus Overlöper ging anschließend auf die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 2013 ein. Er berichtete, dass das Kreditgeschäft inklusive Verbund um knapp 4 Millionen Euro auf etwa 257 Millionen Euro gestiegen ist. Die Anlagen der Mitglieder und Kunden liegen mit 368 Millionen Euro zum Jahresende 2013 circa 13,5 Millionen Euro höher als noch im Vorjahr. Insgesamt betreuen die Beraterinnen und Berater der Volksbank Dinslaken ein Gesamtkundenvolumen von 625 Millionen Euro. Overlöper erläuterte die Gewinn- und Verlustrechnung und gab ausführliche Erklärungen zum Zinsergebnis und zum aktuellen Zinsniveau. Die Risikolage der Bank kann in Übereinstimmung mit dem Prüfungsverband als gut eingestuft werden.


Nach der Annahme des Jahresberichts, der Entlastung der Gremien und der Zustimmung zu einer Senkung der Dividende auf fünf Prozent standen die Wahlen zum Aufsichtsrat an. Frau Heike Schmitz und Herr Michael Kahmann wurden in ihrem Mandat bestätigt.


Als Gastreferent konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Gerd Schmudde dann Prof. Dr. Michael Schreckenberg begrüßen. In dem ca. einstündigen Vortrag zeigte er anhand einer Vielzahl von Beispielen Aspekte zur Verkehrs- und vor allem Stauentwicklung in Deutschland. Er veranschaulichte in seinen Exkurs von der ersten Ampel über Kreisverkehre bis hin zum Schilder-Dschungel Deutschlands interessante Statistiken zur Entwicklung des „Staus aus dem Nichts“, denn manchmal sind einfach zu viele Personen gleichzeitig unterwegs. So stünden die Bundesbürger 537 000 Jahre jährlich gemeinsam im Stau. Das sind fast 58 Stunden pro Kopf.